«Mit den neuen ETFs knüpfen wir an unser starkes Wachstum an»

Erstmals bietet die Zürcher Kantonalbank nachhaltige Aktien-ETFs an. Zur Lancierung unterstreicht Iwan Deplazes die starke Stellung von Swisscanto bei Indexlösungen und der Nachhaltigkeit. Und der Leiter Asset Management der ZKB erklärt, warum es keine Alternative zum Anlegen mehr gibt.

Text: Samuel Gerber, Adrian Vonlanthen / Bilder: Christian Grund

Iwan Deplazes, zur Lancierung unserer neuen nachhaltigen börsengehandelten Indexfonds «Swisscanto ESGeneration SDG ETFs» hat die Börsenglocke erstmals in ihrer Geschichte die SIX verlassen und läutete an der Finanz'25. Wie haben Sie die Schweizer Börse dazu überreden können?

Einem Urner wie mir vertraut man eine Kuhglocke offensichtlich bedenkenlos an. Ernsthaft: Es ist eine grosse Ehre für das Asset Management der Zürcher Kantonalbank, dass wir den Start unserer ersten Aktien-ETFs auf diese Weise feierlich begehen konnten. Das Läuten der Glocke markiert den gelungenen Auftakt zu einer Kampagne, mit der wir ein breites Publikum an interessierten Anlegerinnen und Anleger erreichen möchten – und solche, die es noch werden wollen.

Was wird diesem Publikum mit den neuen ETFs geboten?

Die vier neuen nachhaltigen Swisscanto Aktien-ETFs bieten einen einfachen Zugang zu den wichtigen Marktregionen Schweiz, Welt, USA und Eurozone. Speziell richten sich die Anlagelösungen an Anlegerinnen und Anleger, die beim Investieren weder auf die Vorteile von ETFs noch auf Nachhaltigkeit verzichten möchten. Unser Schweizer Team hat dazu einen innovativen Ansatz entwickelt, der sich an den 17 UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung – den SDGs – orientiert. Ich bin besonders stolz darauf, dass wir unsere Nachhaltigkeitsexpertise nun in Kombination mit unseren Indexfähigkeiten an den Markt bringen können.

Ab sofort ergänzen die neuen ESGeneration SDG ETFs das bewährte indexierte Angebot von Swisscanto:

  • Aktien Schweiz: «Swisscanto (CH) ESGen SDG Index Equity Switzerland ETF»
  • Aktien Global: «Swisscanto (IE) ESGen SDG Index Equity World UCITS ETF»
  • Aktien USA: «Swisscanto (IE) ESGen SDG Index Equity USA UCITS ETF»
  • Aktien Eurozone (EMU): «Swisscanto (IE) ESGen SDG Index Equity EMU UCITS ETF»

 

Die beliebten ETFs erfreuen sich seit Jahren einer hohen Nachfrage. Kommt die Zürcher Kantonalbank mit ihren ersten Aktien-ETFs nicht etwas spät zur Party?

Moment, unsere Edelmetall-ETFs waren die ersten ihrer Art in ganz Europa. Die Neulancierungen knüpfen nun an das starke Wachstum an, das der Bereich Index Solutions mit seinen bewährten Produkten in den vergangenen Jahren verzeichnen konnte. Das Asset Management der Zürcher Kantonalbank rangiert hier mittlerweile in der Topliga: Mit aktuell über CHF 160 Milliarden an verwalteten Vermögen von Kundinnen und Kunden hat sich die Produktmarke Swisscanto als Nummer zwei im Schweizer Indexgeschäft etabliert. Darauf bauen wir auf.

Ein Novum ist, dass sich die Kampagne zu den neuen ETFs explizit an Privatanleger und damit an die Endkundinnen und -kunden im Asset Management wendet. Was ist die Absicht dahinter?

Es stimmt, neben unseren Wholesale-Partnerinnen und -Partnern möchten wir mit den neuen Anlagelösungen auch Türen öffnen für kleinere Privatanlegende und digitale Selbstanlegende. Dazu gehört, dass wir den Kundinnen und Kunden der Zürcher Kantonalbank während dieses Jahres die Courtagen – also die Handelsgebühren – erlassen. Die Durchgängigkeit der Customer Journey über die bankeigenen Kanäle hinweg ist dabei sichergestellt – dies auch dank der Unterstützung unseres Private Bankings. Darüber hinaus möchten wir auch Investorinnen und Investoren ansprechen, die noch nicht über eine Geschäftsbeziehung zur Zürcher Kantonalbank verfügen. Sie können unsere Produkte ganz einfach über unsere Partner erwerben.

Umfragen zeigen nach wie vor, dass Schweizerinnen und Schweizer noch immer ein Volk von Sparern sind. Führen die am Schweizer Markt relativ neuen Lösungen zum Fondssparen, bei denen typischerweise ETFs zur Anwendung kommen, zu einem Umdenken?

Seien wir ehrlich: Es gibt grundsätzlich keine Alternativen zum Anlegen, gerade in einem Umfeld von tendenziell sinkenden Zinsen. Das Ersparte auf dem Konto wird von der Teuerung reduziert. Hingegen könnte das Geld auf dem Wertschriftendepot oder in einem ETF-Sparplan, wenn dieses clever und mit dem richtigen Anlagehorizont angelegt ist, viel Freude bereiten. Allfällig vorhandenen Hürden möchten wir mit einem Wissenstransfer entgegenwirken. Dazu haben wir mit dem Swisscanto-Hub «Investieren lernen» eigens ein Online-Curriculum für die Selbstentscheider unter den Anlegerinnen und Anleger auf die Beine gestellt; dies als Ergänzung zu den bewährten Angeboten der Zürcher Kantonalbank.

Die neuen ETFs werden als «dunkelgrün» angepriesen. Was bedeutet das genau?

Die neuen Swisscanto-ETFs heben sich klar von anderen Lösungen ab – dies auch dank der Referenzindizes, die nach einer proprietären Nachhaltigkeits-Methodik entwickelt wurden. Der Ansatz fokussiert auf Unternehmen, die einen positiven Beitrag zu Umwelt, Gesellschaft und guter Unternehmensführung (ESG) sowie zu den SDGs der Vereinten Nationen leisten können.
 

Mit unseren nachhaltigen Produkten haben wir uns europaweit eine besondere Stellung verschafft.

Iwan Deplazes, Leiter Asset Management der Zürcher Kantonalbank

Mit den jüngsten geopolitischen Entwicklungen ist auch die Diskussion über Nachhaltigkeit neu entfacht. Hält das Asset Management der ZKB an seinem Fokus auf nachhaltige Strategien fest?

Wir analysieren unser gesamtes Produktangebot fortlaufend. Nach wie vor wird bei uns Nachhaltigkeit grossgeschrieben. Insofern passt das Asset Management auch hervorragend zum Leistungsauftrag der Zürcher Kantonalbank. Mit unseren nachhaltigen Produkten haben wir uns nicht nur in der Schweiz, sondern europaweit eine besondere Stellung verschafft.

Wie sorgt das Asset Management der ZKB dafür, dass diese Nachhaltigkeits-Versprechen auch eingelöst werden?

Eigentümer zu sein, heisst für uns, seine Eigentümerpflichten auszuüben. Angesichts unseres kontinuierlichen Wachstums ist daraus eine gewichtige Verantwortung entstanden: Bei zahlreichen börsenkotierten Schweizer Unternehmen zählen wir mittlerweile über unsere Anlagestrategien zu den grössten zehn oder sogar grössten fünf Aktionären. Wir nehmen diese Pflicht aktiv wahr und werden damit auch wahrgenommen. So hat der internationale Stimmrechtsvertreter ISS kürzlich unsere Forderung nach einem regelmässigen Auditorenwechsel bei Unternehmen in seinem Katalog übernommen.

Die neuen ETFs folgen in kurzem Abstand auf die Lancierung von drei Themenfonds im vergangenen Herbst. Was ist als Nächstes zu erwarten?

Das Asset Management der ZKB hat noch einen steilen Pfad vor sich, den wir gemeinsam und erfolgreich beschreiten werden – da bin ich mir ganz sicher. Wir verfolgen dabei drei Stossrichtungen: Zum einen verstärken wir den Vertrieb an unsere Partner, nicht zuletzt im Ausland. Erst dieser Tage hat die Luxemburger Fondsleitung Swisscanto Asset Management International S.A. die Zulassung für den spanischen Markt erhalten, den wir vor Ort in Madrid bearbeiten. Bereits seit vergangenem Jahr verfügt Swisscanto Asset Management International S.A ausserdem über ein Team in Mailand. Zum anderen stärken wir unser nachhaltiges Angebot mit den brandneuen ETFs. Und schliesslich bauen wir unsere Palette an Privatmarktanlagen kontinuierlich aus.

Um bei der Zukunft zu bleiben: Iwan Deplazes, Sie sind privat Winzer. Bei neuen lancierten Fonds wird im Jargon gern von Vintages, also von Jahrgängen, gesprochen. Haben die neuen Swisscanto ETFs das Zeug zu einem guten Jahrgang?

Wir vereinen mit den neuen ETFs ein beliebtes und erfolgreiches Produkt, einen einzigartigen Ansatz und 100 Prozent Swissness in der Verwaltung. Meiner Meinung nach sind das die idealen Zutaten für eine gelungene Assemblage im Asset Management. Dass wir so erfolgreich starten können, ist dem grossen Einsatz nicht nur im Asset Management, sondern ebenso dem quer durch die Bank zu verdanken. Darauf erhebe ich gern mein Glas!